Die verschiedenen Reitarten

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Welche Reitarten gibt es? Hier finden Sie eine Liste aller Reitarten. Alles Wissenswerte und Interessante dazu wird erklärt.

Es gibt viele unterschiedliche Arten, wie man ein Pferd reiten kann. Diese unterscheiden sich in der Art der Ausrüstung und in der Reitweise. Im Folgenden werden nun die einzelnen Reitarten näher erläutert. Beim Reiten sitzt der Reiter nicht passiv auf dem Pferd, sondern geht aktiv mit der Bewegung des Pferdes mit. Das Pferd wird dabei durch Gewichtsverlagerung, Schenkeldruck und Zügelführung, so genannte Hilfen, dirigiert. Die Stimme ist ein hervorragendes Hilfsmittel für das Pferd, sie ist bei Dressurturnieren nicht zulässig. Weitere Hilfsmittel sind Gerte und Sporen. Eine Besonderheit im Reitsport ist, dass es, mit Ausnahme im Voltigierbereich, keine Geschlechtertrennung gibt. Es treten Frauen und Männer gleichgestellt gegeneinander an. Auch bei den Tieren gibt es keine Unterschiede in den Rassen und im Geschlecht. Die Pferde werden jedoch abhängig von der Größe in Ponys und Pferde unterteilt: bis 1,48 m Pony, größer als 1,48 m Pferd. Die olympischen Reitsportdisziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit sind die einzigen olympischen Sportarten, die so ausgetragen werden. In Deutschland gibt es schätzungsweise 1,6 Millionen Reiter (Stand 2006).

 

Die verschiedenen Reitarten

  1. Springen
  2. Dressour
  3. Western
  4. Vielseitigkeitsreiten ( auch Military genannt)
  5. Jagdreiten
  6. Galloprennen

dressour-reiten galopprennen jagdreiten spring-reiten VIELSEITIGKEIT-REITEN western-reiten

 

 


 

Springen

 

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Thor Jorgen Udvang / Shutterstock.com
Springreiten ist das Überwinden von Hindernissen zu Pferde. Es erfordert vom Reiter viel Geschicklichkeit, Balance, Rhythmusgefühl und präzise Einwirkung der Reiterhilfen, um ein Pferd korrekt über Hindernisse zu reiten. Die Schwierigkeit beim Springreiten besteht darin, ein Pferd an den Sprung so heran zu reiten, dass das Pferd beim Absprung eine optimale Flugkurve entwickeln kann. Das Pferd darf also nicht zu nah am Hindernis abspringen, und auch nicht in zu großer Entfernung. Als Faustregel gilt, dass der Abstand vom Hindernis beim Absprung etwa der Höhe des Hindernisses entsprechen sollte. Das heißt bei einer Hindernishöhe von 1,20 Meter sollte das Pferd etwa 1,20 Meter vor dem Hindernis abspringen können. Es gibt feste Hindernishöhen für die bestimmten Klassen, dabei dürfen 20 Prozent der Sprünge in einem Parcours bis zu 10 Zentimeter erhöht werden. Auch werden bei der Linienführung des Parcours bei höheren Klassen zunehmende Anforderungen an die Rittigkeit des Pferdes und die taktische Übersicht des Reiters gestellt.

 

Ursprung des Springreitens

Das Springreiten ist heute die beliebteste und auch am meisten verbreitete Reitdisziplin.  Ihren Ursprung fand sie in Irland. Die Pferdehändler ließen ihre Pferde über Hindernisse springen, um die Qualität des Tieres zu zeigen. Die häufige Wiederholung dieses Springens führte schließlich zu Wettkämpfen zwischen den Händlern. Das erste Springturnier fand dann 1864 in Dublin statt. Es gab nur ein Hindernis, das aus einer Hecke und drei Stangen darüber bestand.
Nach und nach entwickelte sich das Springturnier immer weiter. Der Parcours wurde kleiner, die Anzahl der Hindernisse und Kombinationen dichter.

Aufbau eines Springturniers

Springturniere finden sowohl in geschlossenen Räumen, als auch im Freien statt. Der Boden besteht meist aus Gras, Sand oder Sägemehl. Wichtig ist, dass es nicht rutschig ist. Es gibt auch immer einen Abreiteplatz, auf dem die Bewerber ihr Pferd warmreiten und ein paar Probe-sprünge machen können. Die Anzahl der Sprünge auf dem Parcours liegt zwisch-en zehn und fünfzehn. Die Reihenfolge kann belie-big sein und wird von dem Parcourschef festgelegt.

Ablauf eines Springturniers

Reiter und Pferd müssen den Parcours in einer festgelegten Reihenfolge überwinden. Vor dem Wettkampf wird eine Skizze des Parcours ausgehangen, damit sich jeder die Reihenfolge der Sprünge einprägen kann. Bevor das Turnier anfängt, werden die Pferde abgeritten. Für einen reibungslosen Ablauf sollte man sich rechtzeitig anmelden, damit man noch genügend Zeit hat, sich um den Parcours und das Pferd zu kümmern. Wird ein Fehler durch den reiter oder das Pferd begangen, so bekommt man Strafpunkte. Gewinner ist, wer die wenigsten Strafpunkte und die kürzeste Zeit hat.

Tabelle der Fehlerpunkte beim Springreiten

Fehler Strafpunkte
Erster Ungehorsam 3
Zweiter Ungehorsam 6
Dritter Ungehorsam Ausschluss
Sturz des Pferdes/Reiters 8
Zweiter Sturz Ausschluss
Hindernisfehler 4
Überschreiten der erlaubten Zeit (pro angefangene Sekunde) 1/4
Überschreiten der Höchstzeit Ausschluss

 

 

Hindernisse

Beim Springreiten unterscheidet man zwischen Steilsprüngen, Hochweitsprüngen und Geländehindernissen. Bei Steilsprüngen sind alle Teile des Hindernisses waagerecht übereinander aufgebaut. Vom Pferd wird hier ein Hochsprung erwartet. Die Hochweitsprünge bestehen aus Teilen, die auf mehreren Ebenen waagerecht aufgebaut sind, sodass dem Pferd sowohl ein Hoch- wie auch ein Weitsprung abverlangt wird. Geländehindernisse sind zum Beispiel Wassergräben oder Wälle.

Springklassen

Es gibt beim Springreiten verschiedene Klassen. Diese unterscheiden sich in Höhe und Schwierigkeit der Sprünge.

Klasse Sprunghöhe Sprungweite
E 80 bis 100 cm bis 100 cm
A 100 bis 110 cm 110 bis 140 cm
L 110 bis 120 cm 120 bis 150 cm
M/B 120 bis 130 cm 130 bis 160 cm
M/A 130 bis 140 cm 140 bis 180 cm
S* 140 bis 150 cm 150 bis 200 cm
S** 145 bis 155 cm 150 bis 200 cm
S*** 150 bis 160 cm 150 bis 200 cm

 

Arten von Springprüfungen

Es gibt verschiedene Arten von Springprüfungen. Unterschieden wird zwischen Zeitspringen, Stilspringen und dem Mächtigkeitsspringen. Beim Zeitspringen werden sowohl die Geschwin-digkeit als auch die Fehler gewertet. Sieger ist, wer die wenigs-ten Fehler hat. Herrscht Punktegleichheit, so entscheidet entweder die bessere Zeit oder ein Stechen. Hierbei werden die Sprünge erhöht und ver-breitert. Das Zeitspringen ist die häufigste Art des Springreitens. Beim Stilspringen geht es nicht um Fehler oder Geschwindigkeit, sondern auf Sitz des Reiters, die Wegführung und die Harmonie zwischen dem Reiter und dem Pferd. Besonders wird dabei auf einen korrekten Sitz, die Einwirkung des Reiters auf sein Pferd, einen guten Rhythmus und auf eine harmonische Linienführung. Beim Mächtigkeitsspringen gibt es nur wenige, dafür aber schwere Hindernisse. Hinderniskombinationen und Wassergräben sind hier verboten.

 

 


 

Dressour

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Die Dressurarbeit ist der Grundstock zur Ausübung aller Reitdisziplinen. Eine Dressur ist eine Aus- und Weiterbildung des Pferdes und seiner natürlichen Bewegungen. Sie beginnt mit dem Anreiten des jungen Pferdes und endet nach Durchlaufen der Ausbildungsskala, im Abprüfen der vollendeten Versammlung durch perfektes Ausführen aller bekannten Dressurlektionen. Beim Anreiten sorgt der Reiter dafür, dass das Pferd unter seinem Gewicht ins Gleichgewicht kommt, dass es lernt, geradeaus und auf gebogenen Linien in allen drei Grundgangarten geradegerichtet zu gehen, sowie die Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen des Reiters zu verstehen und die verschiedenen Lektionen auszuführen. Dabei steht die professionelle, artgerechte und pferdeschonende Gymnastizierung im Vordergrund. Nur ein gut durchgymnastiziertes und durchlässiges (d. h. auf alle Hilfen gut reagierendes Pferd) kann ein zuverlässiger, leistungsfähiger und gesunder Partner im Sport werden. Die verschiedenen Schwierigkeitsstufen (In Deutschland: E – Einsteiger, A – Anfänger, L – Leicht, M – Mittelschwer, S – Schwer, in Österreich: A – Anfänger, L – Leicht, LM – Übergangsklasse, M – Mittelschwer und S – Schwer) enthalten bestimmte, sich steigernde Lektionen und Aufgaben, wobei jedes Gebrauchspferd mindestens den Anforderungen einer A-Dressur entsprechen sollte. In jeder Klasse präsentiert sich die gelernte und bestehende Harmonie zwischen Reiter und Pferd im Ausführen der verschiedenen Dressurlektionen. Dressurreiten ist olympische Disziplin, ausgetragen in der Klasse Grand Prix, Grand Prix Spezial und Grand Prix Kür. Die Mannschaftswertung erfolgt durch Summierung der Ergebnisse der drei besten Reiter jeder Mannschaft im Grand Prix, die Einzelwertung durch Summierung der Ergebnisse der drei Teilprüfungen jedes Reiters.

 

Ursprung

Das Dressurreiten hat ihren Ursprung in der klassischen Reitkunst. 1902 wurde die Dressur als sportliche Disziplin anerkannt und 1912 fand die erste Dressurprüfung bei den Olympischen Spielen in Stockholm statt.

Was ist Dressur?

Man kann diesen Reitsport mit dem klassischen Tanz vergleichen. Das Pferd soll seine Bewegungen unter dem Reiter mit einer Grazie und Ästhetik ausführen, damit ein perfekt harmonisierendes Paar aus Pferd und Reiter entsteht. Das Pferd wird durch Gymnastik gedehnt und trainiert, sodass seine natürlichen Bewegungen noch ausgeprägter werden. Man teilt die klassische Reitkunst in die Grundausbildung und die Hohe Schule ein. Bei der Grundausbildung wird das Pferd in der Bahn in allen Grundgangarten auf den höchsten Grad der Regelmäßigkeit trainiert. Es soll die Volte astrein ausführen, stehen bleiben ohne zu geifern, rückwärtsgehen, den fliegenden Galoppwechsel beherrschen. In der Hohen Schule geht es dann um die Intensivierung der Gangarten. Die Schritte werden erhabener, energischer und harmonischer.

Dressur heute

Heute finden Dressurprüfungen meist in sogenannten Dressurvierecken statt, welche die Maße 20 x 40 m haben. Die Prüfungen der höchsten Klasse und die internationalen Prüfungen werden im großen Viereck (20 x 60 m) ausgeführt.
Der Boden besteht normalerweise aus Sand oder Gras. Rund um die Bahn muss eine 30 cm hohe Umzäunung angebracht sein, welche meist aus weißem Holz besteht.

 

Lektionen

Von Pferd und Reiter wird entweder eine bestimmte Anzahl an Lektionen gefordert, die in einer festgelegten Reihenfolge korrekt ausgeführt werden soll oder eine Kür. Diese wird meist mit Musikunterstützung ausgeführt, die Reihenfolge ist dabei frei. Eine Lektion ist eine Kombination aus Schritt, Trab und Galopp, wie z.B. eine Passage oder Piaffe. Eine Passage ist ein sehr versammelter, taktmäßiger und erhabener Trab. Wird die Passage auf der Stelle ausgeführt, so nennt man die Lektion Piaffe.

Übungen auf und über der Erde

Diese beiden Lektionen gehören zu den „Übungen auf der Erde“. Hierzu zählen auch der fliegende Galoppwechsel und die Pirouette. Die „Übungen über der Erde“ werden heute nur noch an der Spanischen Hofreitschule in Wien und am Cadre Noir in Saumar (Frankreich) praktiziert. Hierzu gehören z.B. die Courbette, die Kapriole und die Croupade.

 

Klassen

Die Prüfungen sind in folgende Klassen unterteilt: E (Einstieg), A (Anfänger), L (leicht), M (mittelschwer) und S (schwer).

Bewertung

Eine Richtergruppe, die meist aus 3 Richtern besteht, bewertet die Reiter. Jeder Richter erteilt für jede einzelne Lektion eine Wertnote. Diese liegt zwischen 0 (nicht ausgeführte Lektion) und 10 (ausgezeichnet). Die Richter bewerten auch die Dressuraufgabe insgesamt, hierbei wird besonders auf die Reinheit der Gänge, den Schwung, den Gehorsam des Pferdes, den Sitz und die Einwirkung des Reiters geachtet. Die Reiter sollen korrekt gekleidet sein. Auch das Pferd muss perfekt gepflegt und frisiert sein.

 


 

Western

 

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Das Westernreiten ist eine aus dem amerikanischen stammende Reitweise, die sich an den Erfordernissen der Arbeit zu Pferde anlehnt, zu der es Prüfungen in unterschiedlichen Disziplinen und Schweregraden gibt. Die Disziplinen sind u. a. Western Pleasure, Westernhorsemanship, Trail, Westernriding, Reining, Superhorse, Hunter under Saddle, Hunt Seat Equitation, Hunter Hack, Pleasure Driving, Cutting, Working Cowhorse, Team und Cattle Penning, Pole Bending und Barrel Racing. Außerdem gibt es folgende Westernreit- bzw. Zuchtverbände: EWU (Erste Westernreiter Union), AQHA (American Quarter Horse Association), DQHA (Deutsche Quarter Horse Association), NSBA (National Snaffle Bit Association), APHA (American Paint Horse Assn.), PHCG (Paint Horse Club Germany), ApHC (Appaloosa Horse Club), ApHCG (Appaloosa Horse Club Germany), NRHA (National Reining Horse Association), NCHA (National Cutting Horse Association), GTPA (German Team Penning Association) und weitere, kleinere Verbände. Die beliebtesten Westernpferde sind Quarter Horses, Paint Horses und Appaloosas, wobei sich auch immer mehr andere Rassen (z. B. Haflinger) immer größerer Beliebtheit erfreuen. Aber auch Ponys werden immer öfters eingesetzt.

 

 

Ursprung

Das Westernreiten hat ihren Ursprung in Amerika und gilt als die Arbeitsweise des Cowboys. Viele Fachbegriffe sind daher auf Englisch.

 

 

Es gibt verschiedene Disziplinen beim Westernreiten:

 

  1. Barrel Racing

Barrel Racing (Tonnenrennen) ist die beliebteste Disziplin. Hier werden Schnelligkeit und Gewandtheit vom Pferd verlangt. Es soll 3 Tonnen im Galopp in der kürzest möglichen Zeit umrunden, ohne sie dabei umzustürzen. Die Tonnen sind im Dreieck aufgestellt und müssen in einer bestimmten Reihenfolge umrundet werden. Wird eine Tonne umgeworfen, so bekommt der Reiter 5 Strafsekunden.

 

  1. Pole Bending

Als Pole Bending wird das Reiten in Schlangenlinien um Stangen bezeichnet. Sechs Stangen werden mit einem bestimmten Abstand zueinander aufgebaut.
Diese muss das Pferd schnellstmöglich im Galopp umreiten. Das Pferd mit der kürzesten Zeit gewinnt.

 

 

  1. Reining

Als eine der schwierigsten Disziplinen gilt das Reining (Dressur). Das Pferd soll aus dem Galopp schnelle Manöver beherrschen. Das Pferd muss sich gefügig führen lassen und auf die kleinsten Hilfen des Reiters willig reagieren, bei Anzeichen von Ungehorsam gibt es Strafpunkte.
•    eine Vollbremsung auf der Hinterhand
•    eine schnelle 360-Grad-Drehung
•    oder einen fliegenden Galoppwechsel

 

  1. Cutting

Beim Cutting soll der Reiter ein Rind aus einer Herde innerhalb von 2,5 Minuten aussondern. Das Pferd soll überwiegend selbstständig arbeiten. Es muss sich dem Rind anpassen und auf seine Bewegungen reagieren, damit es nicht ausbricht. Der Reiter gibt dem Pferd keine Hilfen, Cutting-Pferde haben einen Sinn für das Rind. Sie müssen Bruchteile von Sekunden vor dem Rind wissen, was es als nächstes tun wird und dementsprechend reagieren.

 

Trail

Bei der Trailprüfung muss das Pferd einen Parcours mit Geländehindernissen bewältigen. Diese werden aus dem täglichen Leben abgeleitet und nachsimuliert. Der Reiter muss z.B. ein Tor öffnen, über eine Brücke oder Wippe reiten, Stangen ohne Berührung überqueren. Das Pferd soll bereitwillig, geschickt, trittsicher und willig alle Aufgaben erfüllen.

 

Typische Westernpferde

•    Quarter Horses
•    Paint Horses
•    Appaloosas

 

Westernpferde müssen selbstständig mitarbeiten und willig auf die kleinsten Hilfen des Reiters reagieren

 

Western Zubehör

Zum Westernreiten gehört eine spezielle Ausrüstung. Der Westernsattel ist breit, hat vorne ein Horn und hinten einen etwas erhöhten Rand. Die Steigbügel lässt man möglichst lang. Ein Bit oder eine Wassertrense werden als Gebiss genommen. Man reitet einhändig, hält die Zügel also in nur einer Hand. Die Zügelverbindung ist lose.

 


 

Vielseitigkeit

Das Vielseitigkeitsreiten setzt sich aus drei Teilprüfungen der Disziplinen Dressur, Springen und Geländereiten innerhalb eines Wettbewerbes zusammen. Die Prüfung hat einen militärischen Ursprung. Bei der Vielseitigkeitsprüfung benötigen Pferd und Reiter oftmals sehr viel Mut, Vertrauen, Ausdauer und Flexibilität. Eine besondere Rolle spielen eine oder mehrere Verfassungsprüfung(en) des Pferdes zur Vermeidung von Überlastung. Ab der Geländeprüfung der Klasse E sind die Strecken über einen Kilometer lang, deshalb ist auch die Ausdauer des Pferdes und des Reiters gefragt.

 

Das Vielseitigkeitsreiten setzt sich aus drei Teilprüfungen der Disziplinen Dressur, Springen und Geländereiten innerhalb eines Wettbewerbes zusammen. Die Prüfung hat einen militärischen Ursprung. Bei der Vielseitigkeitsprüfung benötigen Pferd und Reiter oftmals sehr viel Mut, Vertrauen, Ausdauer und Flexibilität. Eine besondere Rolle spielen eine oder mehrere Verfassungsprüfung(en) des Pferdes zur Vermeidung von Überlastung. Ab der Geländeprüfung der Klasse E sind die Strecken über einen Kilometer lang, deshalb ist auch die Ausdauer des Pferdes und des Reiters gefragt.

 

 

Herkunft

Als Military wird die Vielseitigkeitsprüfung bezeichnet. Den Namen hat sie durch ihre militärische Herkunft bekommen. Früher prüften die Kavalleristen die Ausdauer ihrer Pferde durch Geländeprüfungen. Im Laufe der Zeit wurden viele berühmte Distanzrennen veranstaltet. Ein Beispiel ist das Rennen auf der Strecke von Brüssel nach Ostende, das 1902 veranstaltet wurde. Die Entfernung betrug 132 km. Der übertrieben schnelle Trab und ein nicht ausreichendes Training führten dazu, dass nur 29 der 60 Starter das Ziel erreichten. 16 Pferde überlebten den Ritt nicht. Diese Ritte waren verhängnisvoll für die Pferde und für den Fortschritt des Reisports nicht von Nutzen. Es musste somit ein anderer Weg eingeschlagen werden. Die erste Vielseitigkeitsprüfung fand dann 1902 in Paris statt. Seit 1912 findet sie auch bei den Olympischen Spielen statt.

 

 

Military heute

Heute dauert der Wettkampf drei Tage und umfasst in Deutschland Prüfungen in den Bereichen Dressur, Geländeritt und Springen. Die Vielseitigkeitsprüfung gilt als härteste, faszinierendste und anstrengendste Prüfung beim Reitsport.

 

 

Ablauf einer Vielseitigkeitsprüfung

Der Ablauf einer Vielseitigkeitsprüfung sieht folgendermaßen aus:
 1.Tag:
Verfassungsprüfung, Dressurprüfung.
2.Tag:
Geländeprüfung in vier Phasen, Verfassungsprüfung nach der dritten Phase.
3.Tag:
Verfassungsprüfung, Springprüfung. Die Vielseitigkeitsprüfung stellt hohe Anforderungen an Pferd und Reiter. Beide müssen eine herausragende Kondition haben. Das Military Pferd muss trittsicher und erfahren im Gelände sein.

Die Verfassungsprüfungen

Die Vielseitigkeitsprüfung muss der Reiter mit nur einem Pferd durchstehen. Da dies eine sehr große Anstrengung für das Tier bedeutet, werden Verfassungsprüfungen durchgeführt. Hierbei wird das Pferd auf eventuelle Verletzungen hin überprüft und der Ruhepuls wird gemessen. Fällt ein Pferd bei einer dieser Prüfungen durch, so wird es vom Wettkampf ausgeschlossen.

 

 

Die Dressurprüfung

Die Dressurprüfung innerhalb der Vielseitigkeitsprüfung hat ein Niveau, das nicht ganz so hoch ist, wie bei der eigentlichen Dressurprüfung.

Der Geländeritt

Bei dem Geländeritt müssen die vier Phasen Wegestrecke, Rennbahn, Wegestrecke und Querfeldeinstrecke mit folgenden Längen überwunden werden:
a. Wegestrecke: 4800 bis 7200 m
b. Rennbahn: ca. 3600 m
c. Wegestrecke: 6000 bis 9000 m
d. Querfeldeinstrecke: 5000 bis 8000 m
Die Wegestrecken werden meist im Trab zurückgelegt, während auf der Rennbahn ein Galopp im Tempo von 40 km/h vorgeschrieben ist. Hier befinden sich 8 bis 10 Hindernisse. Auf der Querfeldeinstrecke befinden sich ca. vier feste Hindernisse pro Kilometer. Für jedes Hindernis ist eine Strafzone vorgesehen. Nur innerhalb dieser werden ein Sturz, eine Verweigerung oder ein Stehenbleiben bestraft. Strafpunkte gibt es auch für „gefährliches Reiten“.
Der Sturz eines Pferdes führt zum sofortigen Ausschluss. Der Geländeritt ist in einer vorgegebenen Zeit zu absolvieren, das Überschreiten wird mit Strafpunkten geahndet.

 

Das Springen

Beim Springen werden Kondition und Geschmeidigkeit des Pferdes überprüft. Das Pferd soll beweisen, dass es nach den bisherigen Prüfungen noch genügend Frische und Kondition hat, um diese letzte Prüfung zu überwinden. Der Parcours besteht aus 10 bis 16 nicht sehr schweren Sprüngen. Er ist aber nach den Anstrengungen der letzten Tage nicht einfach zu über winden. Die Hindernisse haben eine maximale Höhe von 1,25 m. Ein Tempo von 400 m die Minute ist vorgeschrieben.

 

 

Die Platzierung

Die Platzierung ergibt sich aus der Summe aller Strafpunkte, die im Verlauf der verschiedenen Prüfungen gesammelt wurden.

 


 

Jagdreiten

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Jagdreiten ist organisiertes Ausreiten ins Gelände. In geführten Gruppen, sogenannten „Jagdfeldern“, wird eine vorgegebene Geländestrecke mit Hindernissen geritten. Eine Besonderheit ist es, im Pulk querfeldein lange Strecken zu galoppieren und dabei springen zu können. Mangels Hindernissen, wegen möglicher Flurschädenund asphaltierten Wegen ist das in Deutschland sonst kaum möglich. Anders als die Parforcejagd ist Jagdreiten reiner Pferdesport beziehungsweise Hundesport, es wird also kein Wild gejagt. Fuchsjagden werden ohne Hunde geritten. Bei Schleppjagden ist eine Hundemeute dabei, die eine „Schleppe“ (künstliche Duftspur) verfolgt. Schleppjagden sind ein Sport ohne Wettkampf. Im Mittelpunkt steht der gemeinsame Ausritt mit den Hunden und anderen Reitern.Bei Fuchsjagden gibt es dagegen mit dem Fuchsschwanzgreifen ein Wettkampfelement.

An Jagden können Reiter und Reiterinnen verschiedener Altersgruppen gemeinsam teilnehmen. Da die Jagdsaison im Herbst kurz ist, gibt es wenige Reiter, die sich auf das Jagdreiten spezialisiert haben und die Teilnehmerfelder sind infolgedessen sehr gemischt. Es gibt Freizeitreiter, die an einer Veranstaltung ohne Wertnoten teilnehmen möchten, und Sportreiter, die nach der Turniersaison in der Natur reiten wollen.

 

 

Ursprung

Der Ursprung des Jagdreitens liegt in der Urgeschichte. Unsere Vorfahren nutzten Pferde, nachdem sie sie gezähmt und ausgebildet hatten, um ihre Beute schneller verfolgen zu können. Später vergnügte sich der Adel mit dieser reiterlichen Tätigkeit.

 

Parforcejagd

Die Parforcejagd ist eine reine Hetzjagd und in Deutschland schon lange verboten. Diese Jagd findet im Wald statt und gejagt wird lebendes Wild, wie

  • Hirsche
  • Wildschweine
  • Wölfe
  • Füchse
  • und weitere…

Eine Hundemeute jagt das Wild bis zur Erschöpfung und stellt es am Ende. Die eintreffenden Reiter erlegen es dann.

 

Schleppjagd

Heute gibt es zwei Arten des Jagdreitens. Die eine ist die Schleppjagd. Hierbei wird eine künstliche Fährte (Scent) gelegt. Es wird dabei ein Lappen in eine Fuchslösung getaucht und über eine festgelegte Strecke geschleift. Heute wird jedoch meist ein Kanister mit einer Fuchslösung am Sattel befestigt, aus dem tröpfchenweise die Fährte gelegt wird. Die Meute folgt dann die Spur und die Reiter folgen der Meute. Das Ende der Schleppjagd wird Halali genannt.

 

Fuchsjagd

Die andere Art ist die Fuchsjagd. Diese wird ohne die Meute durchgeführt. Ein Reiter übernimmt hier die Rolle des Fuchses.
Der Reiter befestigt sich eine Lunte (Fuchsschwanz) an der Schulter und versucht, mit einem Vorsprung, seinen Verfolgern zu entkommen. Ziel ist es, ihm den Fuchsschwanz abzunehmen.

 

Meute

Bei der Meute handelt es sich meistens um Foxhounds. Die Hunde müssen speziell für diesen Sport ausgebildet und schon früh auf die Verfolgung des speziellen Duftstoffs der Fährte trainiert werden.

 

Jagdpferde

Für die Jagd eignen sich verschiedene Pferderassen. Besonders hat sich der irische oder englische Hunter bewährt, da er ein großartiger Galopper und Springer ist. Wichtig ist, dass die Pferde eine gute Kondition haben, trittsicher sind und eifrig alle Sprünge überwinden. Auch müssen sie gut in einer Gruppe harmonieren und mit ihr galoppieren. Ungeeignet sind Pferde, die nervös, empfindlich und leicht erregbar sind.

 


 

Galloprennen

galopprennen

 

 

Alle Gangarten sind bei Galopprennen erlaubt. Einziges Ziel ist es, ohne den anderen regelwidrig zu behindern, möglichst schnell vom Start zum Ziel zu gelangen. Da der Galopp die schnellste Fortbewegungsmöglichkeit des Pferdes ist, werden diese Rennen immer im Galopp zurückgelegt. Galopprennen werden hauptsächlich von Englischen Vollblutpferden bestritten, sie werden aber auch für Arabische Vollblüter, Halbblüter und zuweilen für Ponys ausgeschrieben. Die Pferde werden entweder von Jockeys (Berufsrennreitern) oder Amateuren geritten, in beiden Fällen darf ein bestimmtes Gewicht, welches das Pferd tragen muss, nicht unterschritten werden.

 

 

Ursprung

England ist das Ursprungsland des Rennsports. Dort fand im Jahre 1540 das erste Pferderennen statt. Offiziell wird der Beginn der Rennen auf 1709 datiert, da hier unter der Regierung von Königin Anna die Länge der Rennstrecke und die Gewichte festgesetzt wurden.

Flachrennen

Galopprennen sind Flachrennen. Auf der Rennstrecke gibt es daher keine Hindernisse. Bei einer Länge von bis zu 1400 m werden sie Fliegerrennern genannt. Von 1600 bis 2000 m heißen sie Meilenrennen und ab 2200 m Steherrennen. Pferde erreichen Geschwindigkeiten von über 60 km/h.

 

Rennpferde

Als Galopprennpferde werden meist Englische Vollblüter bevorzugt. Bereits mit 18 Monaten werden sie trainiert, sodass sie im Alter von zwei Jahren ihre Rennlaufbahn beginnen können. Mit drei Jahren sollen sie ihre volle Leistung erbringen. Pferde, die viele Siege verbuchen können, werden für die Zucht eingesetzt. Die anderen werden Turnier- oder Familienpferde.

Jockey

Von großer Bedeutung ist der Reiter, Jockey genannt. Er ist von Beruf Rennreiter. Um Jockey zu werden, muss man eine dreijährige Ausbildung absolvieren und anschließend eine Prüfung bestehen. Die Ausbildung wird „Pferdewirt mit Schwerpunkt Rennreiten“ genannt. Außerdem muss der Jockey 50 Siege in Klasse-A-Rennen vorweisen können. Er muss ein großes Einfühlungsvermögen, Nervenstärke und Führungsqualität besitzen. Jockeys sollen nicht mehr als 58 kg wiegen.

 

Hindernissrennen

Das Hindernisrennen ist eine Variante des Galopprennens. Es wird unterteilt in:

  • Hürdenrennen
  • Jagdrennen

Hürdenrennen führen über eine Strecke von 2400 bis 4000 m. Die beweglichen Hindernisse haben Höhen zwischen 80 und 100 cm. Sie werden in einem Abstand von ca. 300 m aufgestellt. Das Jagdrennen (engl.: Steeplechase) wird von der alten Jagdreiterei abgeleitet. Sie führen über eine Strecke von 3000 bis 7200 m. Hier befinden sich feste Hindernisse, wie Gräben oder Wälle. In Deutschland gibt es 47 Galopprennbahnen.

 

 

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